Neue Altstadt Frankfurt

Das wird doch ein Disneyland, so dachten wohl viele – auch ich – über das Großprojekt Dom Römer in Frankfurt. Kitschige Attrappen für Touristen, Käthe Wohlfahrts Weihnachtsladen – natürlich das ganze Jahr über geöffnet, Kuckucksuhren, McDonalds im Fachwerkhaus, und weitere schreckliche Dinge malte ich mir aus.

Gut – im Vergleich zum im Brutalismus-Stil in den 1970er errichteten Technischen Rathaus, das hier bis zu seinem Abriß 2010 stand, vielleicht eine Verbesserung, aber Zweifel blieben.

Erst eine Baustellenführung mit dem großartigen Christian Setzepfand brachte so manches meiner Vorurteile ins Wanken.

Das historische „Straßennetz“ – es sind eher Gassen  – soll möglichst genau wie vor dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt werden. Insgesamt werden 35 Häuser neu gebaut, 15 davon als „Rekonstruktionen“, die restlichen 20 als Neubauten. Gerade die Rekonstruktionen machen die neue Altstadt wertvoll. Jedes Haus wird von einem anderen Architekten, mit seinen Handwerkern, gebaut. Es sind also genau genommen 35 einzelne Baustellen. Bei den Rekonstruktionen kommen – inzwischen historische –  Handwerkstechniken und Materialien zum Einsatz.

Tip: unbedingt noch eine Baustellenführung mitmachen. 2018 ist das neue Quartier fertiggestellt. Einen tollen Eindruck vermittelt auch das 3D Diorama.

 

 

 

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mein persönlicher #pflexit

„Nur die Fallzahlen sind wichtig. Krankenhäuser müssen Geld verdienen. Ob Menschen deshalb Schaden nehmen, gleichgültig ob zu Pflegende oder Pflegende, kümmert niemanden.“

1988 – Ende der Schulzeit, aber was tun? Ziemlich planlos. „Damals“ gab es noch die allgemeine Wehrpflicht, 2 Jahre Zivildienst oder 10 Jahre Verpflichtung im Katastrophenschutz. Zur Bundeswehr? Never. 10 Jahre Freiwillige Feuerwehr? Damals für mich noch unvorstellbar. Also Zivi. Beim Rettungsdienst. Als externe Wirbelsäule. Ausbildung in der Rettungsdienstschule. Nach zwei Jahren Tag- und Nachtdienst war klar: Medizin ist mein Ding. Ein Ausbildungsplatz war schnell gefunden, schon „damals“ gab es Nachwuchsprobleme – allerdings war das im Vergleich zu heute „jammern auf extrem hohem Niveau“. Also 1990 – 1993 beim öffentlicher Träger die Ausbildung zum Krankenpfleger erfolgreich absolviert. Nach der Ausbildung: „goldene Zeiten“, mit acht examinierten Krankenschwestern und -pflegern pro Schicht 35 Patienten versorgt, dazu Auszubildende, Zivis, Stationshelferin. Alle waren glücklicher – obwohl auch damals schon manche Dienste kaum zu bewältigen waren, und auch damals dachten viele (junge) Kolleg*innen immer schon ans Aufhören. Starre Arbeitszeitregelungen (Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst) – die in vielen Kliniken heute noch „Standard“ sind; seltsame Hierarchien, einsame Entscheidungen, mangelnde Transparenz, etc., machten damals schon das Arbeitsleben schwer. Dann kam die „PPR“, die Pflegepersonalregelung, ein erster Versuch Pflegeleistungen mit Zeiten zu hinterlegen und so den Personalbedarf zu berechnen. Nachdem sich auf dieser Grundlage ein Personalmehrbedarf im fünfstelligen Bereich ergab, setzte man die PPR lieber schnell wieder aus. Zwischenzeitlich stahl sich der Landkreis als öffentlicher Träger schrittweise aus der Verantwortung für seine Kliniken. Erst wurde man gGmbH, dann GmbH. Die Kolleg*innen, die nicht zum „Kerngeschäft“ gehörten, wie Reinigung, Technik, Küche, etc. wurden in andere GmbHs ausgelagert und somit dem BAT entzogen. Gelebte Solidarität gab es nicht mehr. Tarifflucht. Bonbons für die Ärzteschaft durch Tarifabschlüsse mit dem Marburger Bund als Spartengewerkschaft. Dann platzt die Bombe, der Landrat – inzwischen in anderer Sache wegen Untreue vorbestraft – plant den Verkauf der Kliniken an einen privaten Träger. Das war vor 15 Jahren.

Das deutsche Gesundheitssystem ist sehr teuer, aber deswegen nicht besonders gut. Mittlerweile glaube ich, dass heute die Qualität der präklinischen Notfallversorgung besser ist, als die nachfolgende stationäre Behandlung.

Die internationale Pflege-Vergleichsstudie RN4CAST aus dem Jahr 2012 belegt einen schlechten Betreuungsschlüssel in Deutschland: in den USA kommen durch­schnittlich 5,3 Patienten auf eine Pflegefachkraft, in den Niederlanden sieben, in Schweden 7,7 und in der Schweiz 7,9. In Deutschland muss sich eine Pflegekraft um 13 Patienten kümmern, damit ist Deutschland zusammen mit Spanien Schlusslicht!

Nachts ist regelmäßig eine Pflegefachkraft für 26 Patienten verantwortlich.

Zahlreiche Studien belegen inzwischen eine Binsenweisheit: je weniger qualifizierte Pflegefachkräfte, desto mehr Patienten kommen zu Schaden oder sterben.

Private Klinikbetreiber „müssen“ Geld verdienen, Renditevorgaben von bis zu 15% füllen die Taschen der privaten Investoren, finanziert durch die gesetzlichen Krankenkassen (Betrieb), gefördert durch die Bundesländer (Invest). Die 10% privat Versicherten sind da zu vernachlässigen.

Jetzt ist es genug. Gesundheit ist keine Ware. Ich mag das nicht mehr mit tragen, mit verantworten. Darum steige ich jetzt endlich aus – und gehe kochen.

Andere wandern gleich aus Deutschland aus.
http://www.pflege-wandert-aus.de/

Kliniken in Deutschland suchen weiterhin ihr Glück mit unbesetzten Stellen, Zeitarbeiter*innen, oder moderner Sklaverei durch den Import von Pflegefachkräften aus Südosteuropa und Asien – mit der Konsequenz, dass nun auch dort Pflegenotstand herrscht.

„Nur die Fallzahlen sind wichtig. Krankenhäuser müssen Geld verdienen. Ob Menschen deshalb Schaden nehmen, gleichgültig ob zu Pflegende oder Pflegende, kümmert niemanden.“

 

Berlin, Teufelsberg

 

Der Teufelsberg ist Geschichte

Auf dem gesprengten Rohbau der „Wehrtechnischen Fakultät“ wurden ab 1950 bis 1972 zwei Drittel Trümmerschutt zerbombter Häuser abgelagert. Der „Berg“ ist also ein von Menschenhand geschaffener. Noch zu sehen (auf dem „Berg“) die verfallenden Reste der Field Station Berlin.

Heute kümmert sich die Initiative Kultur-DENK-MAL Berlin Teufelsberg e.V. um den Erhalt und die Zugänglichkeit des Geländes für alle.

 

 

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Bücher kann lassen sich – ganz Amazon-frei – wunderbar in de lokalen Buchhandlung kaufen. Und Titel, die dort nicht vorrätig sind, werden durch die Grossisten über Nacht geliefert.

Mir macht es mehr Spaß eine ‚echte‘ Buchhandlung aufzusuchen, als ein dürres oder dickeres Päckchen von Amazon zu bekommen.

In Buchhandlungen arbeiten (ausgebildete) Menschen – Buchhändler, die sind in 99,9% der Fälle freundlich und sie wissen, was sie verkaufen. Sie machen pünktlich Feierabend und müssen nicht zu Unzeiten und Sonntags arbeiten.

In Buchhandlungen duftet es nach bedrucktem Papier und oft gibt’s auch einen Kaffee und Knabbereien.

Amazon lässt sich zwar wunderbar als ISBN Suchmaschine verwenden, bestellen kann man seine Bücher dann auch – dank Buchpreisbindung – zum gleichen Preis in der lokalen Buchhandlung.

Zum Beispiel hier Gut gegen Nordwind

 

 

 

Neuer Herd

Nach drei Jahren in Frankfurts erstem (und letztem) veganen Restaurant, dem Chimichurri in Bornheim, ab 13.8.2017 im Restaurant Margarete (Braubachstraße 18-22).

Immer sonntags, immer drei Gänge, immer tierfrei.

Es ist mir eine Ehre, dort für Euch, neu inspiriert, kochen zu dürfen.